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Waldmeister-Sirup aus eigener Ernte

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09. Mai 2017

Ich finde Waldmeister-Sirup eignet sich ganz hervorragend als Geschmacksgeber für alle möglichen Nachspeisen (z.B. Waldmeister-Eis, Pudding, Quark, Joghurt) ebenso wie als Getränke-Sirup. Du kannst mit dem Sirup aber zum Beispiel auch ein Glässchen Sekt oder Weißwein  aufpeppen oder ein gewöhnliches Glas Wasser. Lecker schmeckt der Waldmeister-Sirup auch als Schuss in einem Weißbier und die klassische Mai-Bowle wäre natürlich ohne frischen Waldmeister keine richtige Mai-Bowle.

Waldmeister-Sirup aus eigener Ernte ...
Waldmeister-Sirup aus eigener Ernte ... im Mai 2017

Da mir der Waldmeister als Bodendecker sehr gut gefällt, wächst davon inzwischen jede Menge in meinem eigenen Garten, siehe: botanio.de

Und natürlich habe ich in den vergangenen Jahren daher auch schon häufig versucht, einen eigenen Waldmeister-Sirup anzusetzen. Dabei habe ich die verschiedensten Rezept-Vorschläge aus dem Internet ausprobiert, aber irgendwie ist der fertige Sirup stets schneller geschimmelt als ich *piep* sagen konnte :-(


Dieses Jahr (Mai 2017) ist mir mein DIY-Waldmeister-Sirup das erste Mal richtig gut gelungen!

Schmeckt gut, riecht gut und sieht gut aus :-)

Wie lange sich diese Variante nun hält, wird sich zeigen. Aber wahrscheinlich werde ich ihn dieses Mal schneller verbraucht haben als dass ich testen könnte wie lange er sich hält, weil er soooooo soooooo lecker ist!

Also ... was habe ich dieses Mal anders gemacht?

Hier ist das Rezept für meinen Waldmeister-Sirup

Eins vorneweg: Ich habe den Waldmeister dieses Mal absichtlich NICHT mitgekocht, sondern ihn stattdessen KALT im Zucker-Sirup angesetzt. Da ich den Sirup nur in kleinen Mengen für den sofortigen Verbrauch herstellen wollte, hielt ich es für völlig unnötig, das herrliche Waldmeister-Aroma durch ein erneutes Aufkochen zu schmälern.

Tag 1 - Waldmeister ernten
Zunächst einmal habe ich ein Sträußchen Waldmeister (ca. 20-30 Stängel) in meinem eigenen Garten gepflückt. Am besten nimmst du dafür eine kleine Schere, damit du die Pflanzen nicht versehentlich mitsamt Wurzel aus dem Boden ziehst. Diesen Waldmeister-Strauß lässt du dann ungefähr 1 Tag welken, damit sich das volle Aroma entfalten kann.

Tag 1 - Läuterzucker herstellen
Noch am gleichen Tag habe ich einen Läuterzucker hergestellt. Das ist der Name für einen reinen Zucker-Sirup. Dafür kochst du einfach Zucker (300 Gramm) und Wasser (300 ml) unter ständigem Rühren auf bis das Zuckerwasser sprudelnd kocht. Dabei kannst du beobachten wie er ganz klar wird. Dann lässt du den Sirup ungefähr 1 Minute kochen.

Den fertigen Läuterzucker habe ich dann direkt in eine 1-Liter-Flasche umgefüllt und ihn darin bis zum nächsten Tag komplett erkalten lassen. Die angegebene Menge an Zucker und Wasser ergibt später ungefähr 0,5 Liter Waldmeister-Sirup.

Tag 2 - Waldmeister und Läuterzucker verbinden
Am folgenden Tag habe ich den welken und nun inzwischen herrlich duftenden Waldmeister in den Läuterzucker gegeben und ihn mit einem langen Holzlöffel so lange untergetaucht bis er komplett vom Zuckersirup bedeckt war. Dort durfte er dann 3 Tage ziehen, um sein Aroma an den Sirup abzugeben.

Tag 5 - Waldmeister-Sirup abseihen und umfüllen
Nach 3 Tagen Zieh-Zeit habe ich den fertigen Waldmeister-Sirup durch ein feines Tee-Sieb in kleine Flaschen umgefüllt und diese mit Etiketten beklebt.

Bügelflaschen (200 ml) mit Keramik-Verschluss
Bügelflaschen (200 ml)
mit Keramik-Verschluss
*

Am schönsten finde ich für diesen Zweck diese niedlichen kleinen Flaschen mit Bügelverschluss*. Die sehen auch zum Verschenken sehr schön aus. Du kannst aber auch genauso gut alte Soßenflaschen sammeln und diese dafür verwenden. Ich finde, der Recyling-Gedanke ist dabei ja auch ganz schön. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, kleine Flaschen je 200-250 ml zu füllen, damit man diese relativ zügig aufbrauchen kann, wenn diese dann einmal geöffnet sind.

Selbstgemachter Waldmeister-Sirup ist im übrigen nicht grün wie man vielleicht fälschlicherweise denken könnte, wenn du bisher nur die industriell hergestellten Waldmeister-Produkte aus dem Supermarkt kennengelernt hast. Der DIY-Waldmeister-Sirup bleibt klar wie Wasser. Der welke Waldmeister gibt keine Farbe an den Zucker-Sirup ab.

Die grüne Farbe entsteht erst durch das Beifügen von Lebensmittelfarbe. Ich brauche das für meinen selbstgemachten Sirup nicht. Mir reicht ein grünes Etikett auf der Flasche und das Wissen, dass es sich um Waldmeister-Sirup handelt ;-)

Wie giftig ist Waldmeister?

Häufig kann man lesen, dass Waldmeister nur in ganz kleinen Mengen verwendet werden sollte, da das in ihm enthaltene Cumarin, welches auch für den typischen Waldmeister-Duft zuständig ist, leicht giftig sei und bei einer Überdosierung zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen könne. So heißt es zum Beispiel oft, dass man den Waldmeister maximal 20-30 Minuten in der Bowle oder im Sirup ziehen lassen dürfe oder dass 5 Stängel auf 2 Liter Bowle mehr als genug seien.

Ich persönlich halte diese Warnungen für leicht überzogen. Schließlich konsumiert man den entstandenen Sirup ja nur in relativ kleinen Mengen. Und in alten Kräuterbüchern kann man sogar lesen, dass Waldmeister als Mittel GEGEN Kopfschmerzen gepriesen wurde. Diese Empfehlung passt auch deutlich besser zu meinen eigenen Erfahrungen.

Den ersten Schluck meines diesjährigen Waldmeister-Sirups habe ich in einem Glas Weißwein genossen, obwohl ich bereits leichte Kopfschmerzen hatte und noch kurz überlegt habe, ob das jetzt wohl eine gute Idee sei, da ich ja mit meinen 20 Stängeln Waldmeister auf ungefähr 0,5 Liter Zucker-Sirup bei 3 Tagen Ziehzeit nicht gerade sparsam gewesen bin. Aber widererwarten verschwanden diese Kopfschmerzen unmittelbar nach dem einen Glas Waldmeister-Weißwein wie durch Zauberhand komplett. Sicherlich hätte das nach 3 oder 4 Glas Wein ganz anders enden können, aber 1 Glas Waldmeister-Weißwein kann ich gegen Kopfschmerzen guten Gewissens empfehlen :-)

Ebenfalls aus der Volksheilkunde überliefert ist der therapeutische Nutzen des Waldmeisters als sanftes Schlafmittel ohne Nebenwirkungen - wobei in diesem Zusammenhang dann eher von Tee-Zubereitungen aus getrocknetem Waldmeister-Kraut* die Rede ist, das aber leider lange nicht mehr so lecker duftet wie das gerade frisch gewelkte Kraut.

Von industriell hergestellten Waldmeister-Sirupen aus dem Supermarkt darfst du dir übrigens keine therapeutischen Wirkungen erhoffen. Diese Zucker-Lösungen basieren nämlich für gewöhnlich in erster Linie auf künstlich hergestellten Aromen, die nichts mit echtem Waldmeister zu tun haben, sondern im Chemie-Labor zusammengebraut worden sind. Mal ganz abgesehen von den gesundheitlich teilweise nicht ganz unbedenklichen synthetischen Farbstoffen, die in den "grünen" Waldmeister-Sirupen zu finden sind ...

Ich halte es da jedenfalls wie mit anderen saisonal verfügbaren Lebensmitteln. Frischen Waldmeister-Sirup gibt es bei mir nur von April bis maximal Juni - so lange der frisch angesetzte Sirup halt hält ... so bleibt der Genuss auch etwas Besonderes, auf den man sich jedes Jahr auf's Neue freuen kann :-)



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